Kopfweiden im Blümelstal

Martin Stegner beginnt mit dem Schnitt.
Martin Stegner beginnt mit dem Schnitt.

Unsere Kopfweiden sind Korb-Weiden, deren Stamm in einer Höhe von zwei bis drei Metern abgesägt wurde.
Die Bezeichnung Kopfweide ist entstanden, da sich im Laufe der Zeit der obere Teil des Stammes verdickt und dadurch der charakteristische "Kopf" entsteht. Bei den Pflanzen im Blümelstal handelt es sich um Korb-Weiden.

Früher wurden Kopfweiden kommerziell genutzt, da an dem Schnitt viele neue Triebe entstehen, welche zum Flechten von Körben, als Stiele für Besen und Schaufeln usw. oder als Pfosten für Weidenzäune verwendet wurden. Je nach Nutzungszweck wurden die neuen Triebe in kurzen Abständen (zum Flechten) oder langen Abständen (für Pfosten) wieder abgeschnitten.

Ein einmal "geköpfter" Baum muss regelmäßig (spätestens nach 10 Jahren) wieder geschnitten werden, da ansonsten die neuen Triebe, wenn sie zu lang und zu dick werden, den Stamm auseinander brechen lassen oder der Baum durch die Kopflastigkeit leicht einem Sturm zum Opfer fallen kann.

Kopfweide nach dem Schnitt.
Kopfweide nach dem Schnitt.

Kopfweiden sind wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten. So leben auf ihnen hunderte von Insektenarten (und Insektenlarven) von welchen sich unter anderem Vögel und Fledermäuse ernähren. Kopfweiden bieten ebenso Nistraum für Steinkäuze, Gartenrotschwänze, Feldsperlinge, Meisen, Fledermäuse usw. Auch wachsen in den „Köpfen“ und ihren Höhlen oft andere Pflanzen wie: Weidenröschen, Taubnessel, Brombeere, Stachelbeere und Holunder, welche dann auch wieder Lebens- und Nistraum für Tiere bieten.

Wichtig sind die früh blühenden Weiden mit ihren weiblichen und männlichen Blütenkätzchen auch für die Nahrungsversorgung von Wildbienen.

Daher ist es für den praktischen Naturschutz wichtig, die Kopfweiden, Überreste unserer früher die Umgebung von Ortschaften prägenden Kulturlandschaft, zu erhalten. Dieser Aufgabe kommt unsere Gruppe bei den Kopfweiden im Blümelstal nach. (hh)

Panorama der Kopfweiden.
Panorama der Kopfweiden.